
Hören Sie auf, die Temperatur der Lampen zu erraten! Seit langer Zeit sind Standard-Halogenlampen die Arbeitspferde bei der Aushärtung und Trocknung von Materialien. Sie erledigen ihre Aufgabe zwar, doch im Grunde handelt es sich dabei um „schwarze Kästchen“ – man schaltet sie ein, sie werden heiß – und man hofft einfach, dass sie funktionieren. Das Problem: Man weiß eigentlich nicht, wann eine Lampe anfängt, nachzulassen. Wenn eine Lampe mitten in einer 50 Meter langen Anlage ausfällt, wird man das wahrscheinlich erst dann bemerken, wenn eine Charge Produkt die Qualitätskontrolle nicht besteht. Das ist eine katastrophale Art, ein Unternehmen zu führen. Wir bewegen uns nun in Richtung einer Lösung, bei der diese Lampen tatsächlich mit dem PLC kommunizieren können. Die „Zauberwirkung“ innerhalb der Lampe So funktioniert die Physik eigentlich: Diese Lampen nutzen einen Halogenschwingungszyklus, um Tungst auf den Filament wiederzubringen. Dadurch bleibt das Glas klar und die Lampen können viel länger funktionieren. Beim Betrieb einer Beschichtungsanlage braucht man eine enorme Menge an Wärme, um Lösungsmittel zu verdampfen – ohne das Material dabei zu beschädigen. Dafür verwenden wir spezielles Quarzglas sowie besondere Beschichtungen. Dadurch wird das Emissionsspektrum so gesteuert, dass die Wärme direkt in die Beschichtungsschicht gelangt – anstatt nur die Luft um die Lampe zu erwärmen. Lampen, die anzeigen, wann sie versagen In den nächsten Jahren werden Sensoren direkt in die Lampenhüllen oder die Stromversorgungsgeräte eingebaut werden. So muss man keine manuellen Kontrollen mehr durchführen. Das System überwacht in Echtzeit den Stromverbrauch sowie die spektralen Eigenschaften der Lampen. Wenn die Leistung einer Lampe um 10 Prozent abnimmt, meldet das System das sofort. Man kann die Lampe dann selbst austauschen, bevor die ganze Anlage zum Stillstand kommt. Damit wird aus „Dinge reparieren, nachdem sie kaputtgegangen sind“ „Dinge reparieren, bevor sie versagen“. Der Haken (denn es gibt immer einen) Es ist schwierig, elektronische Komponenten in Heizelemente einzubauen – denn Wärme zerstört Elektronik. Man kann schließlich keinen Mikroprozessor in eine Quarzlampe einbauen, die bis zu 600°C heiß wird. Um das zu umgehen, platzieren wir die intelligenten Komponenten in die Endkappen oder in die Steuergeräte. Das bedeutet zwar, dass die Anfangsinvestitionen etwas höher ausfallen müssen – aber ehrlich gesagt lohnt es sich. Wenn man die Lampen mit Datenleitungen verbindet, statt nur mit Stromleitungen, kann man endlich auf das Raten verzichten.