
Warum heiße Luft bei dicken Verbundstoffen meist nicht funktioniert – und was tatsächlich hilft
Wenn Sie schon einmal versucht haben, dicke Verbundstoffe mit heißer Luft durch ein Bruckner-System zu transportieren, wissen Sie, wie frustrierend das ist. Es handelt sich dabei um ein echtes Albtraum-Szenario.
Das Problem ist folgendes: Luft ist ein sehr schlechter Leiter von Wärme – im Grunde genommen handelt es sich dabei um einen Isolator. Wenn die heiße Luft auf den Verbundstoff trifft, bleibt sie einfach an der Oberfläche und bildet so eine „Grenzschicht“. Dadurch kann die Wärme nicht in das Innere des Materials gelangen.
Man hat somit das Schlimmste aus beiden Welten: Eine verbrannte, beschädigte Oberfläche sowie ein Inneres, das weiterhin eiskalt bleibt.
Wie man die Wärme ins Innere bringt
Hier kommt das Infrarotlicht ins Spiel. Infrarotlicht benötigt keine Luft, um Wärme zu übertragen. Stattdessen werden elektromagnetische Wellen verwendet, die tief in den Verbundstoff eindringen. Wenn diese Wellen mit der richtigen Frequenz auf die Moleküle im Material treffen, nimmt das Material diese Energie direkt auf.
Man kann sich das wie eine Heizung von innen heraus vorstellen. Anstatt darauf zu warten, dass die Wärme langsam von der Oberfläche ins Innere dringt, werden die inneren Fasern sofort warm. Das geschieht fast sofort.
Die Herausforderungen durch die Masse des Materials
Wenn man auf Konvektion setzt, kämpft man gegen Temperaturgradienten. Um das Innere eines dicken Materials auf die gewünschte Temperatur zu bringen, muss man die Temperatur im Ofen stark erhöhen. Doch das ist riskant: Man riskiert, dass die Fasern schmelzen oder das Material an der Oberfläche verdreht wird.
Infrarotlicht umgeht dieses Problem. Da die Strahlung tief in das Material eindringt, entsteht eine gleichmäßige Temperatur im gesamten Material. So muss man nicht mehr die Oberfläche überhitzen, nur um das Innere zu erwärmen.
Die Nachteile – denn es gibt immer welche
Infrarotlicht ist aber keine Wunderwaffe. Es hat auch seine Nachteile. Alles hängt davon ab, wie Ihr spezifisches Material die Energie aufnimmt. Wenn das Material zu reflektierend ist – oder wenn es für die verwendete Wellenlänge „durchlässig“ ist – wird die Energie einfach abprallen oder hindurchgehen, ohne etwas auszurichten. Man muss also sicherstellen, dass die Wellenlänge der Lampe genau dem Absorptionspeak des Materials entspricht.
Außerdem: Infrarotlampen werden in sehr kleinen Bereichen extrem heiß. Wenn die Reflektoren und Kühllüfter nicht richtig eingestellt sind, können die Enden der Lampen schnell beschädigt werden.